Publikationen

24. Oktober 2017

Die Gegen-Demokratie – Politik im Zeitalter des Misstrauens

Pierre Rosanvallon

Die Gegen-Demokratie – Politik im Zeitalter des Misstrauens

Die Demokratie ist immer schon als Versprechen und Problem zugleich in Erscheinung getreten. Rosanvallon beschreibt die Dynamik gesellschaftlicher Machtaneignung und Praktiken des Misstrauens in ihrer Widersprüchlichkeit. Obgleich das demokratische Ideal uneingeschränkt bejaht wird, stehen die Systeme, die sich auf das Ideal berufen, immer heftiger in der Kritik. Doch diese Differenz ist nicht so neu, wie sie scheint: Historisch betrachtet ist die Demokratie immer schon als Versprechen und Problem zugleich in Erscheinung getreten. Denn der Grundsatz, Regierungen durch den Wählerwillen zu legitimieren, ging stets mit Misstrauensbekundungen der Bürger gegenüber den etablierten Mächten einher. Die Gegen-Demokratie ist nicht das Gegenteil von Demokratie, sie ist Bestandteil der parlamentarisch-repräsentativen Demokratie, somit permanenter Ausdruck von Misstrauen gegenüber den gewählten Institutionen. Gleichzeitig ist sie aber auch Ausdruck des politischen Engagements der Bürger_innen jenseits der Wahlurnen. Der Begriff Gegen-Demokratie hebt das Widersprüchliche des Misstrauens hervor, das einerseits die Wachsamkeit der Bürger_innen fördert und auf diese Weise dazu beiträgt, die staatlichen Instanzen für gesellschaftliche Forderungen empfänglicher zu machen, das andererseits aber auch destruktive Formen von Ablehnung und Verleumdung begünstigen kann. Das heißt: Die Gegen-Demokratie bestätigt nicht nur, sie kann auch widersprechen. Rosanvallon entfaltet die verschiedenen Aspekte von Gegen-Demokratie und schreibt ihre Geschichte. Nicht zuletzt plädiert er dafür, die ständige Rede von der Politikverdrossenheit zu überdenken. Denn es ist eher von einem Wandel als von einem Niedergang des bürgerschaftlichen Engagements zu sprechen. Verändert haben sich lediglich das Repertoire, die Träger und die Ziele des politischen Ausdrucks. Die Bürger_innen haben inzwischen viele Alternativen zum Wahlzettel, um ihre Sorgenund Beschwerden zu artikulieren. Die politische Form der Gegen-Demokratie sollte im Diskurs der Politikverdrossenheit nicht unterschätzt, sondern aktiv genutzt werden.
Hamburger Edition HIS 2017, ISBN 978-3-86854-312-4, 320 Seiten, 35,00 €
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24. Oktober 2017

Das gute Projekt – Humanitäre Hilfsorganisationen und die Fragmentierung der Vernunft

Monika Krause

Das gute Projekt – Humanitäre Hilfsorganisationen und die Fragmentierung der Vernunft

Hilfsorganisationen haben sich dazu verpflichtet, Leben zu retten, Leiden zu lindern und menschliche Grundbedürfnisse zu sichern. Sie helfen Menschen über nationale Grenzen hinweg – ohne Rücksicht auf Rasse, Ethnizität, Geschlecht oder Religion, und sie bieten unverzichtbare Unterstützung bei Erdbeben, Tsunamis, Kriegen und Pandemien. Aber wie entscheiden diese Organisationen angesichts der außerordentlich vielen hilfsbedürftigen Regionen dieser Welt, welche Hilfsprojekte sie wo und für wen anbieten? Monika Krause taucht in die Entscheidungsprozesse der NGOs ein und entdeckt eine grundlegende Wahrheit: Zwar ist es stets das Ziel der Hilfsorganisationen, den Menschen zu helfen, aber in ganz praktischer Hinsicht liegt der Schwerpunkt ihrer Arbeit darauf, Projekte zu produzieren. Agenturen verkaufen diese Projekte an wichtige institutionelle Geber, und in diesem Prozess werden das Projekt und seine Begünstigten zu Waren auf einem »Projektmarkt«. In dem Bemühen, ein erfolgreiches, also gutes Projekt zu garantieren, sind Organisationen dazu angehalten, denen zu helfen, denen leicht zu helfen ist, denn auch die Legitimation vor den Gebern muss gewährt sein. So erhalten häufig diejenigen, denen am schwersten zu helfen ist, keine Hilfe, weil die Aussichten auf einen Projekterfolg fehlen. Es entsteht eine geradezu zynische Situation: Die Ärmsten der Welt konkurrieren darum, zu einem Projekt zu werden – und im Gegenzug den Hilfsorganisationen und Geberregierungen Legitimität zu bieten. Monika Krauses vielfach ausgezeichnete organisationssoziologische Untersuchung eröffnet eine provokative neue Sicht darauf, wie NGOs auf lokaler und globaler Ebene erfolgreich sind – und wie sie scheitern.
Hamburger Edition HIS 2017, ISBN 978-3-86854-314-8, 272 Seiten, 32,00 € 
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19. Oktober 2017

Patenschaften für Integration – Wie Unternehmen den sozialen Zusammenhalt stärken

Anja Herde, Reinhard Lang, Christel Nelius / UPJ (Hrsg.)

Patenschaften für Integration – Wie Unternehmen den sozialen Zusammenhalt stärken

Wie können sich Unternehmen im Rahmen von Patenschaften gesellschaftlich engagieren und Patenschaften fördern, und was ist dabei zu beachten? Die Handreichung von UPJ gibt einen Einblick, wie für Unternehmen ein Engagement für Patenschaften systematisch angegangen werden kann - auch für Patenschaften mit Geflüchteten – sowie praktische Hinweise für das Management von Corporate Volunteering in Patenschaften. Die Handreichung „Patenschaften für Integration. Wie Unternehmen den sozialen Zusammenhalt stärken“ informiert Unternehmen über Möglichkeiten, im Rahmen ihres gesellschaftlichen Engagements auch Patenschaften zu fördern. Die Handreichung bietet ihnen Tipps und Praxiserfahrungen, wie das Engagement für Patenschaften – auch für Geflüchtete – gelingt. Wer sind die richtigen Ansprechpersonen vor Ort? Welche sind die gängigsten Patenschaften und wichtige Rahmenbedingungen, die beachtet werden sollten? Was ist beim Management des Engagements zu beachten? Die Handreichung beschreibt sieben Ansatzpunkte und konkrete Beispiele – vom einfachen Einstieg bis zur strategischen Entwicklung des Engagements für Patenschaften – sowie die wichtigsten Praxisschritte für Unternehmen kurz und knapp. Gleichzeit unterstützt die Handreichung auch gemeinnützige Organisationen dabei, mit Unternehmen zu diesem Thema ins Gespräch zu kommen und sie für ein Patenschafts-Engagement zu gewinnen. Zahlreiche Praxisbeispiele mittelständischer und größerer Unternehmen veranschaulichen die möglichen Engagements und runden die Handreichung inhaltlich ab.
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11. Oktober 2017

Kursbuch Bürgerbeteiligung #2

Jörg Sommer (Hrsg.)

Kursbuch Bürgerbeteiligung #2

Das Buch zeigt, dass Fragen der Öffentlichkeitsbeteiligung alle gesellschaftlichen Ebenen durchziehen: von kommunalen Teilhabemöglichkeiten an der Fortentwicklung der eigenen Stadt bis hin zu nationalen Großprojekten wie der Suche nach einem Endlager für radioaktive Abfälle oder der Ausgestaltung der Energiewende. Das KURSBUCH BÜRGERBETEILIGUNG #2 widmet sich dabei nicht nur herkömmlichen Beteiligungsthemen, sondern geht einen Schritt weiter, indem es sich mit Möglichkeiten von Jugendpartizipation in der Gesellschaft und Teilhabeoptionen in der Wirtschaft auseinandersetzt sowie neu entwickelte partizipative Methoden vorstellt. 
bipar 2017, ISBN 978-3942466-15-8, 540 Seiten, 29,80 €
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10. Oktober 2017

A Chronicle of Crisis: 2011 – 2016

Zygmunt Bauman

A Chronicle of Crisis: 2011 – 2016

Zygmunt Bauman was a towering intellectual who saw and analysed – right up to his death in early 2017 – the great socio-political changes, often convulsive, in modern western society long before his peers. Here we highlight his prescient insights into what he dubbed ‘liquid modernity’ with 24 chapters on topics ranging from online loneliness via precarity/poverty/inequality to migration, fear of the ‘Other’ and the decline of the nation state. Chronicle of Crisis, 2011-16, written by one of the great chroniclers of our times, will be read and re-read for decades and more to come.
Social Europe Edition 2017, ISBN 978-1-9997151-0-6, 163 pages, 16,04 €
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5. Oktober 2017

Papiertiger oder Meilensteine? Die Integrationsgesetze der Bundesländer im Vergleich

Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration GmbH (Hrsg.)

Papiertiger oder Meilensteine? Die Integrationsgesetze der Bundesländer im Vergleich

Integration wird auf bundespolitischer Ebene lautstark und kontrovers diskutiert. Für viele zentrale Aspekte der Teilhabe sind allerdings die Länder (und Kommunen) zuständig. Vier der 16 Bundesländer haben in den letzten Jahren eigene Integrationsgesetze verabschiedet. Der neue Policy Brief „Papiertiger oder Meilensteine? Die Integrationsgesetze der Bundesländer im Vergleich“ des Forschungsbereichs beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR-Forschungsbereich) analysiert die Regelwerke von Berlin (2010), Nordrhein-Westfalen (2012), Baden-Württemberg (2015) und Bayern (2016). Der Policy Brief zieht das Fazit: Die Bundesländer heben mit ihren jeweiligen Gesetzen die Bedeutung von Integrationspolitik hervor und stecken den Rahmen dafür ab. Landesintegrationsgesetze können Integrationspolitik steuern, indem sie Strukturen für Koordination und Mitwirkung schaffen oder stärken. Über ihre Wirkung entscheidet jedoch nicht nur die rechtliche Ausgestaltung, sondern auch die politische Umsetzung. Gesetze können weder eine sachgerechte Integrationspolitik noch bessere Teilhabemöglichkeiten garantieren. Der Policy Brief wurde von der Stiftung Mercator gefördert.
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4. Oktober 2017

Report Bürgerstiftungen 2017

Stiftung Aktive Bürgerschaft (Hrsg.)

Report Bürgerstiftungen 2017

Vorstände und Stiftungsräte von Bürgerstiftungen investieren viel Zeit in ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Knapp die Hälfte der Vorstandsvorsitzenden arbeitet monatlich mehr als 20 Stunden für die Bürgerstiftung. Das hat die diesjährige Sonderumfrage des Reports Bürgerstiftungen der Aktiven Bürgerschaft ergeben. Ein wichtiges Ziel für die Vorstände und Stiftungsräte ist, andere Menschen in ihrem Engagement für das Gemeinwohl zu unterstützen. Über 700 Stifterinnen und Stifter haben bislang unter dem Dach einer Bürgerstiftung eine eigene Stiftung in Form eines Stiftungsfonds oder einer Treuhandstiftung gegründet. Der Report zeigt auch, dass Bürgerstiftungen vor Ort immer mehr leisten. Ein Vergleich der Spitzenreiter im Bürgerstiftungs-Benchmark zeigt dies: Während die Bürgerstiftung mit der höchsten Projektfördersumme im Jahr 2006 mit 499.000 Euro gemeinnützige Projekte und Vereine unterstützte, lagen die Projektförderausgaben der aktuellen Spitzenreiterin bei 1,7 Millionen Euro - mehr als dreimal so hoch. Bislang haben die deutschen Bürgerstiftungen mit mehr als 134 Millionen Euro gemeinnützige Vorhaben vor Ort fördern können. „Die 405 Bürgerstiftungen in Deutschland haben sich zu einer starken Stiftergruppe mit bald 50.000 Stifterinnen und Stiftern sowie Ehrenamtlichen in Gremien und Projekten entwickelt“, sagt Dr. Stefan Nährlich, Geschäftsführer der Stiftung Aktive Bürgerschaft. „Wir halten die Bürgerstiftungen für engagierte Mitmach-Stiftungen und für das Zukunftsmodell des Stiftens. Dass 80 Prozent des Stiftungskapitals der Bürgerstiftungen durch nachträgliche Zustiftungen hinzugekommen sind, zeigt die Attraktivität des Modells.“
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4. Oktober 2017

Civil Society in Central and Eastern Europe: Challenges and Opportunities

ERSTE Foundation (Ed.)

Civil Society in Central and Eastern Europe: Challenges and Opportunities

More than two decades have passed since nonprofit and third-sector researchers “discovered” Central and Eastern Europe as an area of scholarly interest. After the collapse of the communist regimes in Eastern Europe and the fall of the Iron Curtain, scholars noted the emergence of new civil society actors and were curious to understand the role these actors would play in their societies. Since that time, Central and Eastern Europe (CEE) has experienced intensive periods of transformation, conflict and renewal. This study is guided by the intention to develop a better understanding of the current state of civil society in Central and Eastern Europe, the diverse pathways of its development, and its possible future trajectories.
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4. Oktober 2017

Impact Management Principles

The European Venture Philanthropy Association (EVPA) (Ed.)

Impact Management Principles

EVPA and Social Value International (SVI) work to help VP/SI organisation and social purpose organisations (SPOs) set up impact management systems that are solid and deliver information that is useful to maximise the value for the final beneficiaries. The “Impact Management Principles” document links EVPA’s five step process to SVI’s principles of social value. It is a short guide to what we stand for when we talk about impact measurement and management. It’s a way for practitioners to keep it simple, practical and useful.
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4. Oktober 2017

Auf Augenhöhe: Leitung von Elterninitiativen in gemeinsamer Verantwortung von Eltern, Erzieherinnen und Erziehern

Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)

Auf Augenhöhe: Leitung von Elterninitiativen in gemeinsamer Verantwortung von Eltern, Erzieherinnen und Erziehern

Die Bedeutung einer professionellen Führung und Leitung für eine gute Qualität in Kindertageseinrichtungen (KiTas) ist empirisch belegt. Wissenschaftlich fundierte Kenntnisse zu diesem Themenfeld existieren jedoch kaum. In der Schwerpunktreihe „KiTa-Leitung“ soll dieser Forschungslücke mit vier Studien begegnet werden. Die dritte Veröffentlichung „Auf Augenhöhe“ betrachtet das Thema für eine besondere Form der Kindertageseinrichtungen – die der Elterninitiativen. Es stellt sich die Frage, wie Leitungstätigkeiten und -rollen in dem selbstorganisierten System Elterninitiative ausgeübt werden. Das Projektteam, zusammengesetzt aus Dr. Hilke Falkenhagen, Tim Frauendorf, Norbert Bender und Iris Hentschel, nutzt einen Mix aus quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden, um dieser Frage zu begegnen. Die Studie liefert eine empirische Wissensbasis über Potentiale und Risiken für Leitungsprozesse in Elterninitiativen, die von Dachverbänden sowie Fort- und Weiterbildungsinstituten genutzt werden können, um ihre (Unterstützungs-)Angebote weiterzuentwickeln. Zudem verdeutlichen die Forschungsergebnisse, dass die Rahmenbedingungen für alle Mitwirkenden in Elterninitiativen dringend verbessert werden müssen. Dies stellt eine wichtige Grundlage dar, damit diese spezifische Form der Kindertageseinrichtungen weiterhin in unserer vielfältigen Trägerlandschaft im KiTa-System fortbestehen kann.
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